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Ironclad-02

Geschrieben von: Daeke
Übersetzt von: Flowergnome


"Vater!"

Drogen fiel neben dem Körper seines Vaters auf die Knie. Weitere Energiebolzen schlugen auf seiner Haut ein, machten ihm aber nicht mehr aus als Hagelkörner. Es war, als wäre die Welt komplett in Stille versunken.

"Vater." Er streckte die Hand aus und fühlte den Puls seines Vaters. Drei Schwestern, habt Gnade. Ich werde euch auf ewig dienen, noch vor Shogar, noch vor jedem anderen. Nur lasst ihn am Leben sein.

Da war es. Ein leichtes Pulsieren. Sein Gehirn schaltete auf Hochtouren. Sein Vater brauchte medizinische Betreuung, wenn er überleben sollte. Das Krankenhaus war hinter ihm - aber drinnen waren noch mehr Soldaten. Das würde zu lange dauern, zuviel Kampf und zuviel Risiko, dass seine Vater erneut getroffen werden würde. Außerdem hatten die Admiräle die Kontrolle über das Krankenhaus.

Das Labor. Das Labor besaß medizinische Aggregate, um Strahlungsverletzungen behandeln zu können. So etwas passierte dann und wann, egal welche Sicherheitsvorkehrungen man traf. Das hier waren Strahlungsverletzungen, nur schlimmer. Wenn er seinen Vater ins Labor bringen könnte, auf die Krankenstation, könnte er eine Chance haben.

All das dauerte nur Sekunden. Plötzlich brachen die Schreie der Soldaten wieder über ihn herein. Einer von ihnen hatte auf seinen Vater geschossen. Wie vielen würde er sich stellen müssen?

Er sprang mit einem Schrei auf und verstellte ihnen die Sicht auf den Körper seines Vaters. Drei von ihnen waren es. Zu Tode verängstigt, Waffen auf ihn gerichtet.

Der Kampf war nur kurz. Den Ersten schleuderte er mit einer Rückhand in den Zweiten, dem Dritten trat er die Beine unter dem Körper weg.

Er hob seinen Vater auf und rannte.

Jahre später würde er erkennen, wie kurz der Weg gewesen war. Zu der Zeit schien es ewig zu dauern. Im Labor trat er die Metalltür des Nebeneingangs ein. Unter seiner neuen Stärke zersprang sie wie trockenes Brennholz. Rein in das Gebäude, den Korridor entlang. Im ersten Labor würde er keine medizinischen Aggregate finden. Aber im zweiten.

Behutsam legte er seinen Vater in eines der Aggregate. "Bleib noch etwas, Vater. Die Drei Schwestern waren gnädig, enttäusche sie nicht."

"Drogen Lar!" es war eine vertraute, und unangenehme, weibliche Stimme.

Er wirbelte herum und fand Wissenschaftlerin Rhega, die ihn anstarrte. "Was tust Du hier?"

Er knurrte sie mit verengten Augen an "Verschwindet."

"Oh, versuch nicht, mich einzuschüchtern," schnappte sie. "Was machst Du mit diesem alten Mann?"

"Mein Vater..."

"Oh, Shogar sei uns gnädig. Du solltest in einem Shuttle Dorvala verlassen haben, und stattdessen hampelst Du mit Deinem Vatern in den Laboren herum?"

Sie kannte seinen Fluchtplan? Egal. "Mein Vater," sagte er durch zusammengebissene Zähne, "wurde von Soldaten getroffen, während er mir half."

Er drehte ihr den Rücken zu und schloss das Aggregat. Er fing an, die Einstellungen zu verändern, ohne auf Rhega zu achten, die näher kam und neben seinem Ellenbogen stehen blieb.

"Energieverletzung?" fragte sie. "Das ist suboptimal. Dieses Programm wird Stunden dauern und nur einen kleinen Teil des Schadens reparieren. Weisst Du nicht, wie man mit diesen Dingern umgeht?"

"So wurde es mir beigebracht. Wenn Sie es besser wissen, tun Sie etwas! Mein Vater stirbt da drin!"

Sie schiefte. "Na gut. Würdet Du freundlicherweise Deine massive Körperfülle mir aus dem Weg bewegen?"

Er trat zurück und sah zu, wie sie verschiedene Einstellungen veränderte und die Zeitvorgabe neu einstellte. Ihre Hände tanzten schnell über die Kontrollen. Was man auch immer über Rhega sagen mochte, sie war effizient. Und eine gute Wissenschaftlerin. Auch wenn sie eine nicht gerade freundliche Person war. Zumindest hatte er sie für unfreundlich gehalten bis zu ihrem Angebot, ihm zu helfen.

"So. So besteht zumindest die Möglichkeit, dass er geheilt wird und dabei nützlicher bleibt als ein Sommerkürbis. Andererseits ist er ein Hausmeister, Intellekt spielt da keine so große Rolle, schätze ich."

Gerade als er angefangen hatte, sie weniger zu verabscheuen. Trotzdem zwang er sich, sich vor ihr zu verbeugen. "Danke, dass Sie meinem Vater geholfen haben."

Sie schnaubte. "Verschwinde," sagte sie ihm. "Ich werde mich um Deinen Vater kümmern, aber es wird Zeit, dass Du verschwindest."
"Nein," sagte er. "Nein. Woher wussten Sie von Ghos Plan für meine Flucht?"

Sie lachte ein kurzes, verbittertes Lachen. "Du dachtest, es war allein Ghos Plan, ja? Und ich schätze, Du dachtest, es war allein seine Idee, dass Du Dich den Admirälen widersetzen solltest?"

Er starrte sie an. Rhega hatte ihm sein Leben von seinem ersten Tag im Labor an zur Hölle gemacht. Sie hatte seine Anwesenheit abgelehnt, sich geweigert, ihm die Mitarbeit an ihren Projekten zu gestatten, und ihn die ganze Zeit wie einen Diener behandelt. Gho hingegen, Gho hatte ihn zumindest ein wenig an dem Glanz teilhaben lassen. Gho hatte ihn wie eine Person behandelt. Gho hatte ihn bei Projekten helfen lassen, hatte seine Anwesenheit im Labor akzeptiert. Und doch...

"Gho war es, der meinen Vater geschickt hat," sagte er. "Gho hat meinen Vater geschickt." In direkte und offensichtliche Gefahr. Er hatte Drogen versprechen lassen, zu fliehen und es spektakulär aussehen zu lassen. Und trotzdem hatte er Drogens Vater geschickt, um zu helfen. Und um zu sterben.

Sie zuckte mit den Schultern. "Ich weiss nicht alles, was Wissenschaftler Gho tut." Ihre Stimme klang verbittert und ihre Augen blickten hart.

"Sagen Sie mir," sagte Drogen, "wann wurde ich für das Experiment ausgewählt? Wie lange ist das her? Bevor ich in das Labor kam? Oder danach?"

"Es war der einzige Grund, warum Du überhaupt in dem Labor warst," sagte sie ihm. "Du warst nicht hier, um ein Wissenschaftler zu werden! Keiner hat so getan. Außer Gho. Und auch nur dann, wenn Du anwesend warst."

Er schüttelte seinen Kopf.

"Glaub mir nicht, wenn Du nicht willst!" Sie schlug mit ihrer Hand auf das Aggregat. "Aber verschwinde. Du hast keine Zeit. Bald werden die Admiräle nach Dir sehen wollen und Gho wird seinen Part spielen und den Aufstand gegen sie in Gang bringen."

"Und das wird das Imperium retten," sagte Drogen leise. Er musste einfach glauben, dass zumindest das geschehen würde.

"Oh ja. Es wird das Imperium erhalten."

"Dann wird es das wert sein."

"Selbst wenn Dein Vater stirbt?" fragte sie.

"Selbst dann," er sah zum Aggregat, das seine Arbeit tat. "Wenn das Imperium fällt, wird Blut in den Strassen fließen. Er würde nie denken, dass sein Leben einen solchen Preis wert sei. Nebenbei, " er lächelte leicht, "würde er das ganze Durcheinander niemals billigen."

Sie sah ihn an und schüttelte dann den Kopf. "Das werde ich ihm bestimmt sagen, wenn er überlebt."

Er nickte. "Tun Sie das." Er hielt Rhegas Blick stand. "Ich mag Sie nicht," sagte er ihr. "Ich mochte Sie noch nie. Und Sie mochten mich auch noch nie. Aber ich vertraue Ihnen, dass Sie sich um ihn kümmern, wen Sie mir Ihr Wort geben."

Sie schenkte ihm ein schiefes Grinsen. "Ich sehe nicht, dass Du eine Wahl hättest."

"Es gibt immer eine Wahl, und immer einen Preis," sagte er ihr. Sein Fehler war, erkannte er, anderen zu erlauben, ihm die Grenzen seiner Entscheidungen vorzuschreiben. "Ich kann hier bleiben, bis Sie mir Ihr Wort geben. Und die Admiräle werden mich finden und Ghos sorgfältig ausgearbeiteter Plan wird umsonst gewesen sein. Was bedeutet, dass all Ihre Arbeit, all die Zeit, die Sie Ghos Plan, mit mir in einem Labor, aushalten mussten, umsonst gewesen sein wird. Und ich werde in einem Gefängnis eingesperrt werden, stark genug gebaut, um selbst meiner neuen Stärke stand zu halten. Aber mein Vater wird die nötige Betreuung bekommen, die er braucht."

Sie sah ihm ohne zu blinzeln in die Augen. "Du bist nicht ganz so dumm, wie Du aussiehst. Du hast mein Wort. Ich werde mein Bestes für Deinen Vater tun, aber-" sie hob die Hand, um allen möglichen Dank seinerseits abzublocken, "aber, ich garantiere für nichts. Er könnte sterben. Er könnte so schwer verletzt sein, dass er nie mehr als dahinvegetiert. Alles, was ich verspreche, ist, dass ich ihm meine beste mögliche Pflege zukommen lassen werde. Und wenn er zu schwer verletzt sein sollte, werde ich ihm Frieden schenken."

Drogen nickte. "Mehr kann ich nicht erwarten."

"Nun verschwinde aus meinem Labor. Und wenn ich Dich jemals wieder hier sehen sollte, werde ich eine Waffe erfinden, um Dich persönlich zu töten."

Er lachte. An der Tür hielt er an und drehte sich um. "Ich habe eine Frage. Gho sagte, im Labor wäre noch jemand gewesen, der mit der Legierung eine Verbindung hätte eingehen können, aber dem er nicht hätte trauen können. Wer war das?"

Da lächelte sie ihn an, ein Lächeln so süß, dass es ihm den Atem raubte. "Nun, es war Gho selbst."

Wird fortgesetzt...








Quelle:
Champions Online

Kategorie: Überlieferungen aus Champions, Sonstiges, Champions Online Universum

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