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Geschrieben von: Daeke
Übersetzt von: Flowergnome



Drogen war sich nur zu bewusst, wie wenig Unterschied bestand zwischen ihm und den jungen Männern, die auf der anderen Seite seiner Krankenhauszimmertür standen. Wenige Tage zuvor hatte er sich mehr als alles andere gewünscht, einer von ihnen zu sein. Er hatte sich gewünscht, voller Stolz unter ihnen zu stehen und sein Volk zu beschützen. Und soweit es sie anging, taten sie genau das. Er wollte sie nicht verletzen.

Die Vorstellung, dass das Imperium von dem abhängt, was ich heute Abend tue... Shogar, ihr Drei Schwestern und sogar Dorall'shan, gebt mir euren Segen. Er rief nicht oft den Gott des Himmels an, der das Kastensystem festgelegt hatte. Aber sicher war die Erhaltung des Imperiums seine Aufmerksamkeit wert, selbst wenn es nur ein einfaches Mitglied der Arbeiter-Kaste war, das dabei war, in den Kampf zu ziehen.

Ich darf nicht vergessen - ihre Waffen können mich nicht verletzen. Obwohl er dessen nicht absolut sicher sein konnte. Die Legierung war noch nie auf Haut getestet worden.

Drogen sah auf seine Hände. Andeutungen von Sternenlicht, das durch das Fenster hereinfiel, spiegelte sich in ihnen. Für einen Moment überlegte er, durch das Fenster zu fliehen. Es war mit Gitterstäben versehen, aber er vermutete, dass er nun stark genug sein würde, sie zu entfernen. Aber nein. Der Sinn seiner Flucht war es, Aufmerksamkeit zu erregen. Ginge es nach ihm, würde er durch das Fenster entschlüpfen und seine Kenntnis der Versorgungskorridore des Krankenhauses nutzen. So bestünde nur sehr wenig Gefahr, andere zu verletzen. Aber diese Entscheidung war nicht nur seine eigene.

Genug gezögert. Zeit, für ein Spektakel zu sorgen.

Drogen trat die Tür ein, was die beiden jungen Soldaten auf der anderen Seite vor Schreck zusammenfahren ließ. "Bei Shogars Höllen!" fluchte einer und richtete seine Waffe auf Drogen.

Obwohl er wusste, das es ihn nicht verletzen würde, konnte Drogen einfach nicht anders, als zurückzuzucken, als der Energiebolzen seine Haut traf. Aber alles, was er fühlte, war ein Augenblick der Hitze. Kein Schmerz. Erleichterte brüllte er die Soldaten an. Am besten, ihnen so viel Angst machen, dass sie weglaufen, wenn er das schaffen konnte.

Es wirkte bei einem der beiden, aber der zweite blieb standhaft. Er zielte und wollte erneut schießen. Aber bevor er abdrücken konnte, verpasste Drogen ihm eine Rückhand. Der Junge krachte so hart in die Wand, dass der Putz aufplatzte. Drogen nutzte einen kurzen Moment und hoffte, dass er dem Jungen nicht den Schädel gebrochen hatte.

Das sollte mehr Wachen im Laufschritt zu ihm bringen. Aber Drogen konnte nicht einfach hier stehen bleiben. Er musste weiter. Der Hangar war etwa 15 Meter vom imperialen Krankenhaus entfernt. Das bedeutete, er musste erst einmal aus dem Krankenhaus heraus. Er würde auf dem Weg für ein Spektakel sorgen.

Während er rannte, ging ein tiefer Alarm-Gong los. Er rannte weiter, hierhin und dorthin, schlug Haken durch die langen öffentlichen Korridore, und wusste doch ständig, dass es deutlich einfachere Wege gab, wenn er nur in die Versorgungskorridore abbiegen würde. Stattdessen rann er auf die zentrale Kreuzung aller Korridore seiner Etage zu. Dort würde er die Soldaten finden. Immerhin würden sie annhehmen, dass er dort vorbei müsste, um hinaus zu kommen.

Und richtig, sechs junge Soldaten standen an der Kreuzung und erwarteten ihn.

"Da ist er!" rief einer.

Drei von ihnen schossen gleichzeitig. Er zuckte zusammen, fühlte aber wieder nichts außer einer kurzen Hitze. Er wurde langsamer und knurrte, bewegte sich aber weiter auf sie zu.

"Zur Hölle!" fluchte ein andere Soldat. "Was ist er?"

"Macht schon!" forderte Drogen sie heraus. "Schießt weiter auf mich! Eure Waffen können mir nichts anhaben. Dankt euren geschätzten Admirälen dafür!"

Ihre Energiebolzen hatte keine Wirkung auf ihn, obwohl sie immer und immer wieder feuerten. Einer schleuderte seine leergeschossene Waffe an die Wand. Mit einem Schrei stürzte er sich auf Drogen.

Drogen nutzte den Schwung des Mannes aus und schleuderte ihn den Korridor hinunter. Er krachte in die entfernte Wand und fiel zu Boden.

"Noch jemand?" Drogen breitete seine Arme weit aus.

Zwei weitere versuchten, ihn anzugreifen. Ein einfacher Tritt gegen das Knie setzte einen mit einem Übelkeit erregenden Brechen außer Gefecht. Dem anderen versetzte er einen Schlag gegen die Schulter. Wieder ein hörbares Splittern. Mehr, als er gewollt hatte.

Drei weitere junge Soldaten verblieben vor ihm. "Lauft," sagte er ihnen. "Lauft. Und vergesst nicht, was euer geschätztes Militär mir angetan hat." Und er brüllte, während er auf sie zustürmte. Sie verloren den Mut und flohen vor ihm. Er ließ sie in einen Seitenkorridor entkommen.

Hinter ihm stöhnten die Soldaten, die er gerade verwundet hatte. Er wusste, er müsste eigentlich weiter, aber er blieb stehen und kniete nieder neben dem Mann, dessen Schulter er gebrochen hatte. Der Junge war bewusstlos geworden und überall war Blut. Drogen starrte auf die Szene und versuchte zu verstehen, was er sah.

Ich habe seine Schulter herausgerissen. Shogar möge mich in alle Ewigkeit brennen lassen, ich habe seine Schulter herausgerissen. Er wollte eine Krankenschwester rufen. Wollte den Jungen in Sicherheit bringen. Aber er konnte nicht. Er prüfte den Puls des Jungen; er schlug immer noch. Das Beste, was er tun konnte, war, sofort von hier zu verschwinden, woanders gesehen werden, so dass diese Männer gerettet werden konnten.

Er lief los. Diesmal folgte sein Weg keinem Plan. Er lief einfach.

Alles verwischte zu einer endlosen Folge von Korridoren, von Jungen mit Spielzeugwaffen, die nichts ausrichten konnten. Seine Fäuste, die wieder und wieder zuschlugen. Brechende Knochen. Projektile, die ihn trafen, aber nicht mehr erreichten, als ihn ein wenig zu verlangsamen.

Mehr und mehr Soldaten strömten in die Korridore. So viele. So viele junge Männer und Jungen zum Verletzen. Alle in Ausübung ihrer Pflicht. Alle voll entsetzlicher Angst vor ihm. Er weinte während er kämpfte. Er wusste, er hatte einige getötet. Er hatte es tun müssen. Wie sehr er auch versuchte, es zu vermeiden, sie waren so viele. Der einzige Weg, wie sie ihn aufhalten konnten, war, in unter einer Übermacht zu begraben.

Er hatte gerade eine weitere Einhait dezimiert und war von stöhnenden, zerbrochenen Körpern umgeben, als er hörte, wie jemand seinen Namen rief.

"Drogen!" es war ein eindringliches Flüstern. "Komm Drogen, hier, nimm diese Tür."

Er schaute auf und wischte mit seiner blutverschmierten Hand die Tränen weg. Dort, am Ende des Korridors, stand sein Vater und hielt eine Tür der Versorgungskorridore für ihn auf.

"Komm schon!"

Und er tat es. Er wusste, er hätte weiterkämpfen sollen. Wusste, dass es das war, um was Gho ihn gebeten hatte. Aber er war es müde, das zu tun, um was Gho ihn gebeten hatte.

"Vater." Sanft, ganz sanft, schlang er seine Arme um den alten Mann und hielt ihn fest. Seine Vater tätschelte fortwährend seinen Rücken.

"Ist ja gut. Ich habe Dich nun gefunden. Ist ja gut."

"Was machst Du hier?" er ließ seinen Vater los und schaute dem alten Mann ins Gesicht.

"Dein Wissenschaftler Gho sagte mir, dass Du mich eventuell brauchen würdest." Der alte Mann tätschelte wieder seine Schulter. "Hast die Versorgungsgkorridore vergessen, ja?"

"Nein," sagte Drogen. "Nicht wirklich."

Sein Vater schnaubte. "Naja, laß uns hier verschwinden, hm?"

Er folgte seinem Vater die Versorgungskorridore entlang. Die ganze Zeit über hörten sie das Dröhnen der Stiefel, die die öffentlichen Korridore entlang liefen. Männer riefen nach Waffen, nach noch mehr Männern. Zum Glück riefen sie auch nach Schwestern und Ärzten. Das verminderte Drogens Schuld ein wenig.

"Wir müssen Dich zum Shuttle bringen," sagte sein Vater. "Schätze, wir nehmen den Hinterausgang dahin. Ich habe einen Overall für Dich. Müsste Dir noch passen." Er drehte sich um und lächelte Drogen an. "Du magst zwar silbern sein, aber Du bist immer noch ein großer Junge."

"Gho hat Dir all das erzählt?"

"Oh nein, nicht alles, garantiert nicht," sagte der alte Mann. "Das ist einer, der seine Geheimnisse nah am Herzen verwahrt. Aber genug, um Dich außer Reichweite dieser unerfreulichen Leute sehen zu wollen. "
"Shogar segne Dich, Vater."

Sein Vater schnaubte. "Auf Shogars Segen verzichte ich. Die Drei Schwestern sind gütiger."

"Das sind sie," stimmte Drogen zu. Shogar war nun mal ein Gott des feurigen Todes und der Vulkanausbrüche. Er war ein Gott für Soldaten.

"Wir werden Dich zum Shuttle bringen und Du kannst einen Ort finden, wo Du arbeiten kannst. Such Dir eine anständige Arbeit," sagte sein Vater. "Wissenschaftler Gho sagte, du könntest in ein bis zwei Jahren zurückkommen. Also warte ab und sei geduldig."

"Du solltest mit mir kommen," sagte Drogen. "Jemand könnte gesehen haben, wie Du mir geholfen hast."

Na und? Ein Vater sollte seinem Sohn helfen. Sorge Dich nicht um mich. Wissenschaftler Gho wird mir helfen, sagte er, wenn ich zu ihm komme. Und das werde ich tun, wenn es nötig wird."

Nach einer scheinbaren Ewigkeit blieb sein Vater stehen. "Da wären wir." Er drehte sich um, griff hoch und berührte Drogens Augenbraue. "Bist ein guter Junge."

"Vater-"

"Tsk. Laß mich ausreden. Du bist ein guter Junge. Und Du wärst ein guter Soldate geworden. Viel zu gut für die," er nickte mit dem Kopf in Richtung des Lärms, den das Militär bei seiner Verfolgung durch die öffentlichen Korridore machte. "Geh, mach Deinen Weg. Und komm gesund wieder."

Drogen lächelte seinen Vater an. Seinen erstaunlichen Vater, der bei dem Anblick des Blutes irgendwie nicht in Panik geriet, den es nicht zu stören schien, dass sein Sohn ein militärisches Versuchskaninchen war, und der die Soldaten nicht im Mindesten fürchtete. Er legte seine Hände auf die Schultern seines Vaters als er versprach "Ich werde zu Dir zurückkommen."

"Guter Junge," und mit diesen Worten drehte sein Vater sich um und öffnete die Tür.

Es dauerte nur einen Augenblick. Nur einen Augenblick, bis Drogen erkannte, dass er als erster hätte gehen sollen. Nur einen Augenblick für ihn, um aufzuschreien. Und nur einen Augenblick, in dem sein Vater die Salve abfing, die für ihn bestimmt war.

"Vater!"

Wird fortgesetzt...








Quelle:
Champions Online

Kategorie: Überlieferungen aus Champions, Sonstiges, Champions Online Universum

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