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Ironclad-03.jpg

Geschrieben von: Alivet
Übersetzt von: Flowergnome



"Ja, die Legierung!" Vhen hörte sich angewidert an. "Die ach so kostbare Legierung."

"Sie fängt das Licht ein," murmelte Drogen. Dass war alles, was ihm einfiel, während er zu begreifen versuchte, wie die Legierung sich mit ihm verbunden haben konnte und was das für seine Zukunft bedeutete.

"Du wirst dadurch einfach ein besserer Soldat sein," sagte Qyr. "Du glänzt eben ein bischen. Umso besser fällst Du Frauen auf!" Er lachte, als ob er gerade einen tollen Witz erzählt hatte.

"Sie aufgeblasener Trottel," sagte Vhen ohne viel Boshaftigkeit. "Sagen Sie es ihm, Gho. Sagen Sie ihm, was die Legierung für ihn bedeutet."

Gho saß immer noch an Drogens Bett, die Augenbrauen vor Sorgen zusammengezogen. "Du wirst genauso unverwundbar sein wie die Legierung. Dein genetisches Profil erlaubte es Dir, Dich mit der Legierung auf eine Art zu verbinden, die nur wenigen möglich ist. Die Legierung hat Deine Haut ersetzt und ist ein Teil von Dir geworden. Sie wird wie Du leben, atmen und wachsen. Du wirst völlig immun gegenüber Strahlung sein, Du kannst beinahe jeden Angriff mit jeder unserer Waffen überstehen und Deine Stärke wird ein Vielfaches sein von dem, was sie vorher war. Du bist der erste, und Du bist der perfekte Soldat geworden."

Da sah Drogen sie alle an. Gho, wie er besorgt neben seinem Bett sitzt. Und Qyr voller falscher Heiterkeit. Und Vhen, der ihn offensichtlich hasst, der offensichtlich dagegen ist, die Klassenschranken zu ignorieren. Der aber trotzdem zustimmt, dass er ein Soldat sein kann. Nicht nur ein Soldat, sondern ein Mitglied des Space Corp.

"Es war kein Unfall, oder?" sagte er leise. "Ich war der einzige im Labor. Jeder andere war bei dem Dinner mit ihnen," er schaute die beiden Admiräle an. "Und diese Lichter blinkten. Sie wussten es," er schaute Gho an, "wussten, dass ich das überprüfen würde. Und erst nachdem ich meinen Zugangscode eingegeben hatte, explodierte alles. Das wäre einem anderen nicht passiert, oder?"

"Nein," sagte Gho und schaute ihm in die Augen. "Es wäre nicht passiert."

Drogen sah zu Vhen, der ihm ein säuerliches halbes Lächeln schenkte. "Du hättest es niemals zum Soldaten gebracht," sagte er, "wenn dies nicht gewesen wäre. Und jetzt, ohne dafür etwas getan zu haben, bist Du die Zukunft des dorvalanischen Militärs. Willkommen bei den Marines."

Admiral Qyr schaute ihn mit einem leichten Ausdruck der Besorgnis an. Er sah aus, als wolle er etwas sagen, als Vhen seine Schulter knuffte. "Komm Qyr. Zeit, wieder Held des Volkes spielen zu gehen. Ich bezweifele, dass Deine verbalen Weitschweifigkeiten hier im Moment gut ankommen würden. Wir werden später wiederkommen, um die Zukunft mit Kadett Lar zu besprechen."

Die beiden Admiräle gingen. So blieben nur Drogen und Gho.

"Was auch immer es wert sein mag: " sagte Gho, "es tut mir leid."

"Sie wußten es." Es war keine richtige Frage. Er hoffte, Gho würde es abstreiten. Er wollte glauben, dass der alte Mann auf ihn wirklich wegen seiner Fähigkeiten aufmerksam geworden war, nicht wegen irgend eines genetischen Profils, dass zu der Legierung passte. Er wollte glauben, dass Gho ein widerwilliger Komplize gewesen war. Das es vielleicht Rhega war, der Ghos Ausrüstung vorbereitet hatte.

"Ich wußte es".

Drogen schüttelte den Kopf. Das ganze letzte Jahr war eine Lüge gewesen. Er hatte gedacht, seine Beförderung, im Labor arbeiten zu dürfen, wäre eine Anerkennung seines Potenzials gewesen. Dass das Militär es nicht fertig brächte, jemanden aus der Diener-Kaste Soldat werden zu lassen, dass sie aber zumindest bereit waren, zuzugeben, dass er mehr war, als seine Kaste zuließ, und ihn immerhin Labor-Assistent sein ließen. Und wie stolz sein Vater gewesen war bei dem Gedanken, dass sein Sohn sich eine Stelle bei den Wissenschaftlern verdient hatte! Lügen. Alles Lügen.

Er schaute auf und sah, wie Gho wie anschaute, abwartend. "Und wie willst Du dieses Geschenk einsetzen?" fragte Gho.

"Ein Geschenk?" sagte Drogen. "Hätten sie mich gefragt, wäre es vielleicht ein Geschenk gewesen. Vielleicht wäre es dann ein Geschenk gewesen, dass ich dem Corps gegeben hätte, mich selbst für Experimente zur Verfügung zu stellen. Aber jetzt? Das Corps will mich nicht. Sie wollen nur die Technologie, die meine Haut bedeckt. Mich verachten sie!" Er ballte die Fäuste. "Bei den drei Schwestern der Barmherzigkeit! Wie kann ich einem Militär dienen, dass mich wie eine austauschbare, dreckige Laborratte behandelt?"

"Drogen -"

"Überzeugen Sie mich vom Gegenteil, wenn Sie können! Respektieren sie mich? Denken sie, dass ich meine Position verdient habe? Werde ich jemals irgendetwas anderes sein als das Ergebnis eures Genies?" forderte er von Gho.

"Wolltest Du schon immer ein Soldat sein?" fragte Ghon ihn.

Er schaute Gho ungläubig an.

"Oder wolltest Du ein Held sein? Das ist ein Unterschied, weisst Du. Es gibt viele Soldaten, die Helden sind, wie Admiral Qyr--"

Drogen schnaubte. Gho lächelte leicht, aber fuhr fort. "Aber es gibt noch viel mehr Helden, die keine Soldaten sind. Welcher wirst Du sein? Bist Du nur als Teil des Corps zu Heldentaten fähig? Oder bist Du zu mehr fähig? Es wird nicht leicht sein."

Es wird nicht leicht sein. Es wird sogar härter für Dich sein, als es für mich war. Dafür entschuldige ich mich. Ich habe mein Bestes für Dich getan... Ghos Worte hallten ihn seinem Geiste wieder. Das war es, was Gho ihm vor dem Unfall gesagt hatte. Bevor er das Labor verließ, in vollem Bewusstsein, was passieren würde.

"Sie haben ein sehr komplexes Spiel gespielt, nicht wahr?" fragte er. "Sie haben nie gwollt, dass ich dem Militär diene."

"Ah." Gho lächelte leicht. "Bin ich so offensichtlich gewesen?"

"Sie hätten dies vor mir verbergen können. Aber Sie taten es nicht. Sie wußten, dass ich dem Corps unter diesen Umständen nicht dienen könnte. Vhen könnte sich nicht einmal vorstellen, dass ich mich weigere, und Qyr ist offensichtlich verwirrt, aber Sie wußten, dass ich dies niemals annehmen würde."

"Ja," sagte Gho. "Dein Sinn für persönliche Ehre würde es nicht zulassen."

"Es gibt für mich jetzt keine Möglichkeit mehr, auf Dorvala zu bleiben, oder?"

Gho schüttelte den Kopf. "Ich fürchte nicht. Das Militär würde Dich nicht in Ruhe lassen, wenn Du hier bliebest."

"Und was geschieht als Nächstes?" fragte Drogen ihn.

"Du kämpfst Dich hier heraus," sagte Gho ihm. "Zum Hangar. Dort findest Du das Shuttle der Admiräle mit genügend Treibstoff und Vorräten, um nach Malva zu gelangen. Du bist klug genug und wirst schon herausfinden, wie man es steuert. Und ich werde bestürzt sein und unverblümt berichten, wie das Militär Dich mißhandelt hat. Wie sie versuchten, Deine Ehre zu zerstören. Das wird eine imperiale Untersuchung des Militärs nötig machen, die die Quelle der Korruption aufdecken wird, die zu diesem dummen Plan führte, im Geheimen einen Supersoldaten zu erschaffen. Welcher, so wird es sich herausstellen, von Männern geschmiedet wurde, die den Thron des Imperators an sich reißen wollten."

"Bei Shogar," flüsterte Drogen. "Ist das wahr?"

Gho nickte. "Ja. Sonst hätte es keinen Grund für die Geheimhaltung gegeben."

"Mögen die drei Schwestern Mitleid haben," sagte er. "Das wird die Welt verändern."

"Ja. Wenn Du verschwindest und so einen Aufschrei verursachst, der zu groß ist, als dass die Admiräle ihn zum Schweigen bringen können, wird die Welt beginnen, sich zu verändern."

"Und ich werde ein Helde werden," murmelte Drogen, "in meiner Abwesenheit."

"Ja," sagte Gho, "aber so ist es oft. Zumindest wirst Du nicht, wie so viele Helden, erst sterben müssen."

"Ich musste nur im Höllenfeuer brennen für... wie lange?" fragte Drogen.

"Drei Tage," flüsterte Gho mit dem Ausdruck eines Verfolgten in den Augen. "Das tut mir aufrichtig leid. Ich brauchte drei Tage, um eine Nadel herzustellen, die Deine Haut durchdringen konnte. Ich hatte diese Notwendigkeit vergessen." Gho schloss für einen Moment die Augen und sah sowohl sehr müde als auch sehr alt aus. "Um Deinen Vater wird man sich kümmern, zu Ehren seines heldenhaften Sohnes. In einigen Jahren wirdt Du sogar nach Drovala zurück kehren können, wenn es Dein Wunsch sein sollte."

Besser so, dachte Drogen, als unter Vhen und Qyr zu dienen. Zumindest konnter er dies respektieren. Er nickte. "Wann soll ich fliehen?"

"Heute Abend," sagte Gho. "Die Admiräle werden beim Staatsempfang sein. Es werden Wachen hier sein und Du wirst mit ihnen kämpfen müssen."

Drogen schnaubte. "Gut für mich, dass ich diese fast undurchdringbare Legierung auf meiner Haut habe."

Gho lächelte leicht. "In der Tat. Mach Lärm, mach ein Spektakel daraus. Vergiss nicht, dass sie Dich nicht verletzen können."

"Werde ich," sagte Drogen.

"Hier ist ein Beutel mit Deinen Habseligkeiten," sagte Gho, "die ich aus Deinem Quartier geholt habe. Zusammen mit meinem Aufzeichnungen über die Legierung. Ich hoffe, sie werden Dir helfen."

Gho stand auf zum Gehen. "Es tu mir leid," sagte er erneut. "Wenn ich dies hätte tun können, ohne Dich ins Exil zu schicken, hätte ich es getan."

Drogen nickte nur. Er war sich nicht mehr sicher, was er von Gho hielt. Es war alles zu kompliziert.

An der Tür blieb Gho stehen und schaute zurück zu ihm. "Im Labor gab es noch jemanden mit denselben genetischen Variationen wie bei Dir, aber ich konnte seiner Ehre nicht vertrauen. Er hätte ihr falsches Geschenk mit Freuden angenommen."

Und dann war Gho weg.

Shogar leite mich, dachte Drogen. Seltsamerweise aber fühlte er sich zum ersten Mal in seinem Leben beinahe friedlich. Er wusste, was er tat, er wusste warum, und er wusste, dass sein Opfer verstanden und geehrt werden würde.

Heute Abend kämpfe ich mich in die Freiheit. Morgen... Wer weiß schon, was der Morgen einem bringt?
Wird fortgesetzt...








Quelle:
Champions Online

Kategorie: Überlieferungen aus Champions, Sonstiges, Champions Online Universum

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