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Ironclad-01

Geschrieben von: Alivet
Übersetzt von: Flowergnome



Ich habe Shogar verärgert und dafür hat er mich in einen Vulkan eingeschlossen.

Das war die einzige Erklärung für die Schmerzen, die durch alle seine Nerven rasten. Sogar die Götter missbilligten sein Streben, seine eigene Kaste hinter sich zu lassen und ein Soldat zu werden. Alles, was ich wollte, war zu dienen und mein Volk zu beschützen. Er weinte, und seine Tränen waren wie ein Fluss aus Feuer entlang seiner Wangen.

Jeder Teil seines Körpers schmerzte. Ich verbrenne immer und immer wieder, für immer. Eine plötzliche Kakophonie aus Geräuschen ließ das Feuer in ihm auflodern und er schrie. Dann explodierte die Hitze der Sonne auf seinem Arm und wieder schrie er.

Mitten im Feuer war plötzlich Eis. Eis, das durch seine Venen strömte und das knisternde Feuer beruhigte. Ein langsamer Gletscher, der seine Kehle hinunterfloss, in seinen Bauch, hinab in seine Beine. Das Verschwinden des Feuers war plötzlich und grässlich. Es schmerzte fast so sehr, wie das ewige Brennen.

Die Kakophonie der Geräusche um ihn wurde langsam deutlicher. "...Idioten! Natürlich war es notwendig! Haben alle ihre Nadeln auch nur einen Kratzer verursacht? Nein. Hat ihn irgend eine ihrer Injektionen erreicht? Nein!"

"Verehrter Wissenschaftler, wir können nicht zulassen -"

"Und stattdessen würdet ihr den Jungen lieber völlig unnötig foltern?" Es war eine vertraute Stimme, aber sehr viel schärfer, als er sie je gehört hatte.

"Wisenschaftler Gho, Sie haben Ihren Standpunkt dargelegt. Wir danken Ihnen, Doktor, für Ihre Besorgnis. Unsere erste Priorität muss allerdings der junge Mann in diesem Bett sein. Wir werden alle bei dem Streben nach seiner Genesung zusammen arbeiten, ja?"

Das war eine nasale Stimme. Eine, die Drogen noch nie gehört hatte. In der Zwischenzeit verblasste die Erinnerung an das Feuer. Stadessen war sein Körper ein dumpfer Schmerz. Er öffnete seine Augen, konnte aber nur verschwommene Figuren erkennen, die um sein Bett herum standen. Er blinzelte und versuchte, seine inneren Augenlieder zu öffnen, aber sie blieben hartnäckig geschlossen. Wie ein Baby konnte er nicht einmal seine Augen ganz öffnen.

"Drogen!" Das war Gho.

"Wissenschaftler Gho," sagte er. Oder versuchte, es zu sagen. Heraus kam stattdessen nur ein Krächzen.

"Du wurdest... verletzt," sagte Gho. "Ich habe Dir schmerzstillende Mittel injiziert. Du wirst Dich komisch fühlen."

"Entspann Dich, Soldat" sagte eine neue und entfernt vertraute Stimme. "Du hast Dir Erholung verdient."

Ich bin kein Soldat, versuchte er zu sagen. Aber auch diesmal kam kein Laut heraus. Seine Kehle fühlte sich merkwürdig und glatt an.

"Drogen, sprich noch nicht. Deine Stimmbänder wurden bei dem Unfall verletzt. Laß sie sich erholen." Der Schemen, der Wissenschaftler Gho war, humpelte auf ihn zu und sank in einen Stuhl neben seinem Bett.

"Sind wir alle in der Hölle?" versuchte er zu fragen. Dieses Mal schaffte er einige Geräusche.

Die andere Stimme, die er erkannte, bellte vor Lachen. "Nein, sind wir nicht, mein Junge. Außer Du hältst das imperiale Militärhospital für eine Art Hölle. Was es durchaus sein könnte!"

"Das ist nicht wirklich komisch, Qyr," fiel die nasale Stimme ins Wort.

"Oh, sei nicht so herzlos, Vhen. Der Junge ist fast gestorben." antwortete Qyr. Qyr. Drogen schnappte nach Luft. Admiral Qyr? Und Admiral Vhen?

"Um so mehr Grund, die Dinge ernst zu nehmen," antwortete Vhen.

"Drogen," begann Gho, seine Stimme leise und ruhig. "Ich weiß nicht, an wieviel Du Dich erinnerst. Du hattest im Labor einen Unfall. Du warst der Letzte dort, hast sauber gemacht, und irgend etwas geschah mit der Schmelzausrüstung." Er machte eine lange Pause. "Es gab eine Explosion. Du warst völlig von der flüssigen Legierung eingehüllt."

Kein Wunder, dass er nichts außer Feuer gefühlt hatte. Die brennende Flüssigkeit musste seinen Körper zerstört haben. Und nun fühlte er nichts mehr. Er hatte eine plötzliche Vision von sich selbst, verbrannt und verkrüppelt, im Haus seines Vaters. Eingehüllt in eine Decke saß er im alten Stuhl seines Großvaters, während sein Vater herumeilte und ihm Suppe machte, die fade genug war, dass er sie essen konnte. Sein Herz zog sich bei dem Gedanken zusammen. Und er hatte davon geträumt, ein Held zu sein.

"Aber Du lebst, mein Junge," sagte Gho. "Du lebst und Du wirst Dich erholen."

Er blinzelte erneut und zwang seine inneren Lieder, sich zu öffnen. Gho beugte sich zu ihm, sein altes Gesicht mehr dunkelgrau als schwarz. Seltsam, Drogen hatte noch nie zuvor Sorgenfalten auf seinem Gesicht gesehen.

"Wie gut?" fragte er. "Wie gut werde ich mich erholen?" Sprechen fiel ihm jetzt leichter. Er hörte sich an wie ein Mahlwerk im Labor, aber zumindest war seine Stimme hörbar.

"Ah, nun, das ist der aufregende Teil, Soldat!" sagte Admiral Qyr.

"Ich bin kein Soldat," sagte er.

Jemand schnaubte. Er war ziemlich sicher, dass es der nasale war, Vhen. "Vielleicht solltest Du auf ihn hören, Qyr."

Drogen gelang es, seine Augen auf die beiden anderen Männer im Raum zu fokussieren. Qyr war breitschultrig und lächelte ein klein wenig. Er sah älter aus, aber nicht grau wie Gho. Er war ein stämmiger Mann mit Medaillen an seiner Uniform. Er war der Held des Volkes, seit seine Schiffe Dorvala IV gegen die Invasion verteidigt hatten. Vhen, im Gegensatz, sah alt aus. Er war größer als Qyr und schlanker. Er könnte fast so groß sein wie Drogen selbst. Aber viel schlanker. Er sah zudem so aus, als hätte er in etwas Saures gebissen.

"Du bist ein Soldat, Sohn, und hast gerade Deinen ersten Kampf gewonnen!" stellte Qyr fest.

Drogen sah zu Gho, der ein angespanntes Lächeln erwiederte. "Die Admiräle waren hier, um meinen Bericht über Deinen Fortschritt zu empfangen," sagte er. "Deine Werte für den Militär-Test waren gut. Gut genug, um Dich in das Space Corp zu bringen. Aber..."

"Einige unserer engstirnigeren Mitglieder waren dagegen, für Dich Kastengrenzen zu brechen," sagte Qyr und warf Vhen einen Blick zu. "Aber jetzt können sie Dich einfach nicht mehr ablehnen."

Er starrte sie an. "Wirklich? Ich habe mich für das Corp qualifiziert?"

"Das hast Du, mit Sicherheit!" Qyr grinste noch breiter. "Wir mussten nur sicher gehen, dass Du ausreichend zuverlässig und pflichtbewusst bist. Ich denke, das hast Du hinreichend gründlich bewiesen, als Du Dein Leben bei der Verteidigung des Labors riskiert hast."

"Aber-" er hatte das Labor nicht verteidigt. Er hatte es nur sauber gemacht.

"Sag nichts mehr, Sohn." Qyr saß am Fuße seines Bettes. "Bescheidenheit ist eine Zier, aber Widerspruch ist unnötig. Alles spricht dafür, dass Du Dich völlig erholen wirst und es Dir sogar besser gehen wird als vorher! Wir werden Dich direkt zur Ausbildung schicken, sobald Du wieder auf den Beinen bist."

"Marine-Ausbildung?" Er blinzelte wieder. Vom nutzlosen Versager zum Marine in weniger als fünf Minuten! "Ich beginne mit der Marine-Ausbildung! Wissenschaftler Gho! Ich werde doch noch ein Soldat!"

Aber Ghos Gesicht spiegelte seine eigene Begeisterung nicht wieder. Gho nickte nur, doch seine Augen schauten traurig. "Und Du wirst ein guter Soldate sein."

"Ich bin ein Narr," sagte Drogen. "Es tut mir leid. Ich bin froh, euch gedient zu haben, Wissenschaftler Gho. Ich wollte nicht andeuten, dass dem nicht so gewesen ist."

Darauf lächelte Gho. "Natürlich nicht! Ich bin kein Narr wir Rhega, die sich wegen solcher Kleinigkeiten anstellt. Du brauchst Dich nicht entschuldigen, meine Junge."

Er entspannte sich. "Also werde ich wieder ganz normal sein und ein Marine." Er grinste. Wie stolz sein Vater sein würde!

Vhen, der sich missbilligend im Hintergrund gehalten hatte, lachte los. "Normal? Oh, Du wirst niemals wieder normal sein, Junge! Sieh Dich nur an!"

"Vhen!" sagte Qyr.

"Keiner von euch sagt ihm irgend etwas nützliches," Vhen drängte sich an Qyr vorbei und blieb am Fuße des Bettes stehen. "Drogen Lar, Du bist ein Experiment. Du bist eine Maschine. Sieh Dich an, sieh Deine Hand an. Sieh hin!" knurrte er, lehnte sich vor und fixierte Drogens Augen. "Ich bin kein Freund von Dir, aber ich werde nicht lügen. Sieh Dich an."

Langsam senkte Drogen seinen Blick von Vhens Augen. Er hob seine Hand in der Erwartung, vebranntes Fleisch zu sehen. Aschfahl, zerstört oder rot und roh. Er erwartete, entsetzt zu sein. Aber damit konnte er umgehen. Er konnte mit Narben umgehen. Er konnte mit Wunden umgehen. Er konnte sogar damit umgehen, ein entsetzlicher Anblick zu sein. So lange er sich nur selbst respektieren konnte, konnte er mit allem umgehen.

Aber das, was, er sah, erwartete er nicht. Seine Hand war einwandfrei. Ganz. Kein Anzeichen von Verbrennungen oder irgendeiner Verletzung. Nur, sie war silbern. Er blinzelte, dachte, dass sich seine inneren Lieder irgendwie wieder geschlossen hätten. Aber nein. Er streckte seine Finger. Silber. Licht spiegelte sich bei der Bewegung wie von einem Metall.

"Die Legierung," flüsterte er.

Wird fortgesetzt...








Quelle:
Champions Online

Kategorie: Überlieferungen aus Champions, Sonstiges, Champions Online Universum

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